Das Leben hat es gut gemeint mit Byrne und Susan Hollander. Er ist Anwalt, sie Schriftstellerin- ihr mitten in Manhattan gelegenes Stadthaus ist inzwischen drei Millionen Dollar wert und befindet sich nicht weit vom Lincoln Center, wo sie an diesem Abend ein Wohltätigkeitskonzert besuchen. Nach dem Konzert gehen sie zu Fuß nach Hause. An diesem Punkt nimmt ihr Leben eine dramatische Wende. Bei ihrer Rückkehr überraschen die Hollanders zwei Einbrecher in ihrem Haus und werden von ihnen brutal ermordet. Schon wenige Tage später findet die Polizei die zwei Täter, beide tot, allem Anschein nach ein Mord und ein Selbstmord. Der Fall wird zu den Akten gelegt. Doch Matt Scudder beginnt sich für die Angelegenheit zu interessieren, als ihn die Tochter der Hollanders engagiert, um der Möglichkeit nachzugehen, dass an der Tat ein dritter Mann beteiligt war. Die Hinweise sind vage und beruhen hauptsächlich auf Indizien, doch Scudder vertraut auf seinen in vierzig Jahren Ermittlertätigkeit geschärften Instinkt. Block, der zahlreiche Bestseller geschrieben und die entsprechende Anzahl an Preisen dafür eingeheimst hat, orientiert sich an vielen gängigen Krimimustern, schafft es aber dennoch, dem Genre seltene Tiefe und Eindringlichkeit zu verleihen. Scudder ist als ein dem Alkohol verfallener, sich in Selbstmitleid suhlender Ex-Cop auf der Bildfläche erschienen, hat sich aber inzwischen zu einem im doppelten Sinn des Wortes nüchternen und illusionslosen Gegenwartsbeobachter gemausert. Kenner der Serie wissen, dass der Weg ihres Helden mühsam und oft auch schmerzhaft war. Die Verbrechen in den Scudder-Romanen sind Vehikel, die uns in die finstersten Winkel der menschlichen Existenz befördern. Mit Matt als unserem Führer kehren wir von diesen Ausflügen in die dunklen Bereiche des Daseins etwas banger, aber immer um eine Erfahrung reicher zurück.—Wes Lukowsky in BooklistDas ist der 15.
2020/09/21 18:37:26




